Windischgarsten / „Frei draußen hängen und die Natur von oben beobachten – das kann man mit nichts vergleichen. Man fühlt sich wie ein Vogel!“
Seit fast drei Jahrzehnten ist Norbert Brodnig (54), Leiter der Flugschule Wings, vom Drachenfliegen fasziniert. Seit langem verbindet er die Faszination Fliegen mit seinem zweiten Hobby: der Fotografie. Ob beim Flug von Gibraltar nach Marokko oder bei Genussflügen über dem Toten Gebirge – die Kamera ist fast immer dabei.
Man schreibt das Jahr 1975, als Norbert Brodnig in seinem Heimatort Micheldorf die ersten Hüpfer mit den primitiven Hängegleitern der Pionierzeit wagte. Drei Jahre später war der gelernte Werkzeugmacher, der seinen Beruf im Motorenversuch bei BMW in Steyr nach einem Motorradunfall an den Nagel hängte, schon Fluglehrer.
Auch als 1987 das Paragleiten nach Österreich gelangte, war der Leiter der Flugschule Wings einer der Ersten, der den neuen Trendsport probierte. Mittlerweile hat er es auf mehr als 5000 Starts mit Hänge- und Paragleitern und gut 1500 Flugstunden gebracht.
Das Interesse für die Fotografie hat er von seinem verstorbenen Vater geerbt. Da bot es sich geradezu an, den Blick aus der Vogelperspektive auch mit der Kamera festzuhalten. Für seine Fotoflüge verwendet er ein Trike, einen motorisierten Hängegleiter.
„Man kann damit sehr langsam fliegen, rund 50km/h Minimum und schafft andererseits doch Reisegeschwindigkeiten bis 110 km/h“, nennt Brodnig die Vorteile des Motordrachens, „man kann sehr knapp fliegen. Nur stehen bleiben kann ich nicht in der Luft!“
Die Kamera ist entweder am Flügel oder auf einem Stativ vor dem Cockpit montiert. Seine Fotos erscheinen in Fachzeitschriften, sein Fotoarchiv füllt mittlerweile etliche Disketten. Gelegentlich trifft er auf seinen Flügen Kollegen, die wie er die Höhe lieben: Tourengeher beispielsweise. Sie müssen allerdings zum Aufstieg schwitzen!