10 Jahre Naturraummanagement bei den Bundesforsten
Der Nationalpark Kalkalpen feiert heuer seinen zehnten Geburtstag. Seit 10 Jahren arbeiten die Bundesforste im Schutzgebietsmanagement mit.
Wir sind im Nationalpark Kalkalpen Dienstleister für die Nationalpark Gesellschaft und den Nationalpark Besucher.
Die Bundesforste sind aber auch Partner des Nationalparks - Wir sind mit 90% der Fläche der größte Grundeigentümer. Wir haben die Erweiterungsflächen sechs Jahre lang nationalparkkonform behandelt und 2003 in den Nationalpark eingebracht. Wir investierten in den letzten 10 Jahren Eigenmittel in der Höhe von 1 Million Euro in den Nationalpark - vorrangig in die Besuchereinrichtungen.
Unsere Bilanz im Naturraum unter dem Motto „Rückzug des Menschen":
Wir stellen den Bärenanwalt für Oberösterreich. Er vertritt den Bären und seine Anliegen in der Öffentlichkeit. Im Schadensfall versucht er zu vermitteln und kümmert sich um den Ersatz des Schadens. Derzeit rechnen wir mit 1-2 Bären im Nationalpark Kalkalpen.
Totholz, Eulen und Spechte waren weitere Schwerpunkte unserer Naturschutzarbeit. Im Waldwildnisbereich, auf 72% der Nationalpark Fläche, wird waldbaulich nicht mehr eingegriffen. Hier haben wir gemeinsam mit der Nationalpark Gesellschaft als erstes Schutzgebiet in Österreich eine Ausnahme vom Forstgesetz erreicht und müssen auch gegen den Borkenkäfer keine Maßnahmen mehr setzen. Die Natur kann es sich hier wieder selbst richten. Auf den restlichen 28% werden zum Schutz der Nachbarn weiterhin Maßnahmen gegen eine Massenvermehrung des Borkenkäfers gesetzt - Windwürfe und vom Borkenkäfer befallenes Holz wird aufgearbeitet, verkauft oder entrindet und als Totholz im Wald belassen.
Fichtenmonokulturen werden zu Mischwäldern umgebaut. Die Einnahmen werden in den Nationalpark investiert.
Auf 50% der Nationalpark Fläche wird nicht mehr gejagt. Der Abschuss wurde um 30 - 60% reduziert. Mehrjährige Trophäenträger werden geschont. Die Trophäen bleiben nicht beim Schützen, sondern werden an die Nationalpark Gesellschaft abgeliefert. Trotz Ruhezonen und Abschussreduktion hat sich der Verbissdruck auf die Gehölze verringert. Derzeit ist bei allen Waldgesellschaften eine Entwicklung ohne Beeinträchtigung des Wildes gewährleistet.
150 Kilometer Forststraßen wurden aufgelassen. Die Natur erobert sich diese Flächen wieder sukzessive zurück.
Unsere Bilanz im Besucherbereich nach dem Motto „Angebote statt Verbote"
Wir haben in den letzten 10 Jahren mehr als 20.000 Besucher im Zuge von Führungen oder Veranstaltungen betreut.
Wir haben mehr als 200 Kilometer Forststraßen im und um den Nationalpark für Radfahrer freigegeben. Das Reitwegenetz auf Bundesforstegrund umfasst rund 100 Kilometer.
Wir renovierten das historisch wertvolle Gebäudeensemble im Bodinggraben mit der Annakapelle, dem Adjunktenstöckl und dem Jägerhaus, das jetzt als Nationalpark Versorgungsstation dient und die Ausstellung „Hirsche und heimliche Jäger" beherbergt. In einer alten Holzknechthütte bei der Großen Klause im Hintergebirge errichteten wir unsere 2. Nationalpark Versorgungsstation. Infohütten, Parkplätze, Rastplätze und Stützpunkte vervollständigen unser Angebot für den Besucher.
Alle unsere Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der Nationalpark Gesellschaft und anderen Partnern. Für deren Zusammenarbeit darf ich mich auf diesem Wege recht herzlich bedanken. Die oben angeführten Angebote für den Besucher sind natürlich nur ein Teil des gesamten Nationalpark Angebotes mit Besucherzentren, Seminarhotel, Themenwegen, Biwakplätzen und vieles mehr.
Detaillierte Informationen erhalten Sie auf unserer Homepage www.bundesforste.at/kalkalpen, oder rufen Sie uns einfach an.