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Totholz lebt


Totholz ist wichtig für das Leben in den Wäldern

Eine Zusammenstellung der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft aus 2006 zeigt, dass von zirka 13.000 im Wald lebenden Pflanzen-, Pilz- und Tierarten etwa 4.500 Arten zu deren Leben Totholz brauchen.

Abgestorbene Bäume sind Nahrungs- und Wohnstätte für viele Insekten- und Tierarten. Totholz trägt somit in der erheblichen Masse zur biologischen Vielfalt (Biodiversität) bei. Zersetztes Totholz liefert weiters wertvolle Nährstoffe für die nächsten Baumgenerationen.
Ein sichtbares Merkmal von forstwirtschaftlich nicht oder längerer Zeit nicht mehr genutzten Wäldern (Urwälder, Nationalparke oder Naturwaldreservate) ist der hohe Anteil absterbender und toter, stehender und liegender Bäume. Dieses „Sich-Selbst-Überlassen“ des Waldes wird von vielen mit zweifelndem Blick betrachtet. Mit Recht, denn jährlich entstehen immense Schäden durch den Borkenkäfer und andere Insekten die sich eben durch die große Zahl an Totholz extrem vermehren und die noch lebenden Bäume befallen.

Hingegen erreichen die Bäume in forstlich bewirtschafteten Wäldern ein begrenztes Alter. Die Bäume werden dabei relativ früh geerntet und damit der Prozess der Alterung und des Zerfalls ausgeschaltet. Bewirtschaftete Waldökosysteme haben daher im Vergleich zu Urwäldern einen Mangel an Zerfallsstadien und Totholz. Somit wird die Vermehrung unerwünschter Parasiten eingedämmt.

Eines darf man jedoch nicht außer Acht lassen: Alte und abgestorbene Bäume sind ein wichtiger Zufluchtsort für eine Vielzahl der bei uns heimischer Tier- und Pflanzenarten, die alle ihre Rolle im ganzen System haben dieses stabilisieren.




Der Weißrückenspecht


Totholz ist aber nicht gleich Totholz. Einige Arten wie zum Beispiel der farbenprächtige Alpenbock, der im Nationalpark Kalkalpen häufig anzutreffen ist, benötigen in erster Linie starkes und der Sonne ausgesetztes stehendes Totholz.
Spechte sind auf absterbende Bäume angewiesen und davon wird es im Nationalpark künftig wieder mehr geben. Von den neun in Österreich vorkommenden Spechtarten gibt es sieben im Nationalpark Kalkalpen. Darunter auch der seltene Weißrückenspecht, für den besonders in schneereichen Wintern ausreichend stehendes Totholz, vor allem von Buchen überlebenswichtig ist. Er gilt gleichsam als der Botschafter der Wildnis.


Der Dreizehenspecht lebt in den höher gelegenen Fichtenwäldern mit viel absterbenden Fichten. Damit besteht für diese Art oft zwangsläufig ein Widerspruch zwischen senen Lebensraumansprüchen und den Belangen des Forstschutzes, der eine ehest möglche Fällung und Aufarbeitung der vom oben bereits erwähnten Borkenkäfer befallenen Fichten vorsieht.




Der Dreizehenspecht