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Auf den Spuren der Waldbahn



Auf den Spuren der Waldbahn

Im Jahre 1971 fuhr die Waldbahn zum letzten Mal durchs Hintergebirge. Auf der Trasse der einstigen Schmalspurbahn radeln heute begeisterte Radfahrer am beliebten Hintergebirgs-Radweg.

Der Weg
Von Reichraming geht es ohne größere Anstrengung entlang des Reichraming-Baches auf der ehemaligen Waldbahntrasse hinein ins Hintergebirge. Wer genau schaut, sieht immer wieder Überreste ehemaliger Triftanlagen. Die Holznutzung hatte im Reichraminger Hintergebirge von jeher eine große Bedeutung. Über 500 Jahre lang war die Holztrift die einzige Möglichkeit, die gefällten Baumstämme aus den Schluchten heraus zu transportieren. Am zirka 40 Kilometer langen Rad-Themenweg erfahren Sie mehr über die gefährliche Holztrift, die Arbeit der Holzknechte und die legendäre Waldbahn.
Nach 15 Kilometern ist man bei der Großen Klause angelangt, der einst mächtigsten Klause im Hintergebirge. Eine Holzstiege führt zum idyllischen Klaustümpel hinunter. Bei der Großen Klaushütte ist es Zeit für eine längere Rast. Hier ist eine Holzriese nachgebaut und eine Lafthütte, die den Holzknechten notdürftig Unterkunft bot, zu sehen.

Die Schlucht
Nach weiteren vier Kilometern gelangt man zum Eingang der Großen Schlucht. Hier, amAnnerlsteg, beginnt der Triftsteig: Ein Abstecher, der sich wirklich lohnt. Das eineinhalbstündige beeindruckende Schluchterlebnis ist aber nur für diejenigen empfehlenswert, die trittsicher und schwindelfrei sind.
Der Radweg führt weiter durch einige längere Tunnels der ehemaligen Waldbahn. Insgesamt 19 Tunnels wurden einst in schwerster Handarbeit errichtet. Nach dem Ausgang der Tunnels fällt der Hochschlachtbach über den Schleierfall zum Schwarzen Bach ab.

Einstige Bergwerkssiedlung
Danach radelt man entlang des Baches bis nach Weißwasser hinein, einer ehemaligen Bergwerkssiedlung für Bauxit-Abbau. Wo früher die Unterkünfte, die Schule und das Geschäft für hunderte Arbeiter standen, wachsen heute Sträucher und Bäume. Wer genau schaut, erkennt aber noch Zeugen einstiger Geschäftigkeit.
Ab hier heißt es nun kräftiger in die Pedale treten. 200 Höhenmeter sind in fünf Kilometern zu schaffen. Am Hirschkogelsattel angelangt, lohnt sich der Besuch der Anlaufalm. Vom Hirschkogelsattel geht es nur mehr bergab in das idyllische ehemalige Holzfäller-Örtchen Brunnbach, bekannt durch seine alte Schule - heute das Nationalpark-Bildungshaus Brunnbachschule. Danach folgt man dem Pleißabach und radelt zum Ausgangspunkt zurück. Entlang des Hintergebirgs-Radweges locken immer wieder Tümpel für ein erfrischendes Bad im Reichramingbach. Also: Badehose nicht vergessen!

Quelle: Rundschau & wir, 1.6.2006