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Ramesch Knochenhöhle


Das weithin sichtbare Portal des Haupteinganges ist über eine steile, 30 Meter hohe Felsstufe erreichbar. die dank des aus der Höhle sickernden phosphatreichen Wassers üppig begrünt ist. Zwei weitere kleine Höhleneingänge öffnen sich 30 Meter tiefer am Fuß der Nordwand. Die Höhle ist von der Bergstation der Frauenkarbahn in zirka 30 Minuten erreichbar; der Anstieg ist jedoch beschwerlichen und nur trittsicheren Berggehern zu empfehlen, die letzten 30 Meter verlangen leichte Kletterein.

Der Höhlenbär

Das paläontologische Fundgut besteht zu über 99 Prozent aus Knochen- und Zahnresten des Höhlenbären, weshalb die Ramesch-Knöchenhöhle zu Recht als hochalpine Höhle bezeichnet werden kann.

Altersstufen eines Höhlenbären

Die vielen juvenilen Reste im Ramesch-Material zeigen, dass nicht nur erwachsene Bären die Höhle bewohnt haben, sondern dass hier auch die Wurfplätze und die „Kinderstuben“ der kleinen Bären waren. So gibt es viel Knochenreste von Neugeborenen und ganz jungen Bären, aber auch von senilen Exemplaren. Daraus ist zu schließen, dass die Höhle zumindest in manchen Jahren ganzjährig bewohnt war und die Bären in der Umgebung genug Nahrung fanden, um die Jungen aufzuziehen.

Höhlenlöwe und Wolf

Von diesen beiden Raubtieren, die aus vielen Bärenhöhlen bekannt sind, haben wir nur ganz wenige Stücke gefunden.


Die Neandertaler, die die Höhle besuchten, hinterließen dort typisch altsteinzeitliche Steingeräte von Jagdaufenthalten. Im österreichischen Felsbildermuseum sind neben einem vollständigen Höhlenbärenskelett auch Funde von Steingeräten der mittleren Altsteinzeit, aber auch Skelette von Höhlenbären, Höhlenlöwen und Wölfen aus der Ramesch-Knochenhöhle sowie aus der Gamssulzenhöhle ausgestellt.