Home
Shopping Pyhrn Priel
 :: Handel
 :: Handwerk
 :: Dienstleistungen
 :: Lebensmittel
 :: Suche
Shopping Liezen
Shopping Kremstal
Shopping Steyrtal
Angebote
Kleinanzeiger
Jobbörse
Immobilien
Mitglied werden
Kontakt
Impressum
Links
Werben im Regionalshop

_

 

1,4 Nahversorger für 1000 Oberösterreicher




1,4 Nahversorger für 1000 Oberösterreicher

„Derzeit gibt es in Oberösterreich 1938 Betriebe, die im Lebensmitteleinzelhandel aktiv sind - davon 806 Teilsortimenter und 1132 Vollsortimenter. Anteilsmäßig halten sich die Voll- und Teilsortimenter in etwa auf demselben Niveau wie im Jahr 2003, der Vergleich in absoluten Zahlen zeigt einen Zuwachs an Nahversorgern: Gab es 2003 noch 1068 Vollsortimenter, sind es inzwischen 1132. Die Steigerung gegenüber 2003 ist vor allem auf die Großmärkte und Filialisten zurückzuführen, die Teilsortimenter liegen stabil auf knapp über 800.

Analysiert man die Vollsortimenter im Detail, so ist ein kontinuierliches Anwachsen feststellbar. Deklarierten sich im Jahr 2001 987 Betriebe als Vollsortimenter, waren es im Jahr 2003 1068 und 2006 sind es 1132 - wieder ein Plus von nahezu sechs Prozent", berichtet Gremialobmann Johannes Jetschgo.

Bäckereien führen Teilsortimenter an
Bei Teilsortimentern spielt nach wie vor die Bäckerei die größte Rolle, mehr als die Hälfte der Teilsortimenter sind Bäckereien.
Nahezu ein Viertel der Teilsortimenter ließen sich nicht in die vorgegebenen Kategorien zuordnen, neben bäuerlichen Direktvermarktern und fahrenden Händlern sind dies auch Händler mit asiatischen Produkten.
Im Sortiment führen 86 Prozent der Teilsortimenter Getränke und Bier, an zweiter Stelle stehen wieder Süßwaren mit 84 Prozent und an dritter Stelle steht Kaffee mit 78 Prozent.

Bei den Spezialsortimenten ist ein Zuwachs in allen Bereichen feststellbar. Nahrungsergänzungsmittel wurden heuer erstmals erfasst - 35 Prozent der Lebensmittelhändler gaben an, diese im Sortiment zu führen. Vor allem bei Betrieben mit großer Fläche sind diese Produkte im Vormarsch.

Auf den Ethnic-Food-Zug sind inzwischen vor allem die Anbieter mit großer Verkaufsfläche aufgesprungen: Fast 90 Prozent aller Betriebe mit mehr als 400 m' führen diese Lebensmittel; kleinere Betriebe setzen weniger auf diese Nische. Die Zusatzdienstleistungen sind nahezu unverändert im Vergleich zum Jahr 2003.

Unternehmensnachfolge ungeklärt
Die Nachfolgeregelung ist nur bei 42 Prozent der befragten Unternehmer (Basis über 56-Jährige) geklärt. Grundsätzlich beschäftigen sich die kleineren Betriebe, die Teilsortimenter, etwas früher mit dieser Thematik: Hier haben sich mehr als die Hälfte der Befragten mit dem Thema Nachfolge beschäftigt, allerdings ist die Nachfolgefrage somit auch hier vielfach ungeklärt.

Nur ein Viertel der Betriebe gab an, die Ladenöffnungszeiten voll auszuschöpfen - die überwiegende Mehrzahl tut dies nicht. „Die Ladenöffnungszeiten sind demnach derzeit kein Thema für die oberösterreichischen Lebensmittelhändler", ist Jetschgo überzeugt.

Im Großen und Ganzen ist die Zunahme der Nahversorgung von 1877 auf 1938 Betriebe gegenüber 2003 gleichmäßig über die Bezirke verteilt. Durchschnittlich stehen pro 1000 Oberösterreichern 1,4 Nahversorger zur Verfügung. Die größte Betriebsdichte im Verhältnis zu den Einwohnern haben die Bezirke Kirchdorf und Steyr-Stadt mit 1,7 Nahversorgern pro 1000 Einwohnern, gefolgt von den Bezirken Rohrbach, Perg, Braunau, Gmunden und Vöcklabruck mit 1,6 Nahversorgern pro 1000 Einwohnern. Die niedrigste Nahversorgerdichte haben Wels-Land und Urfahr-Umgebung: Hier kommt auf 1000 Einwohner jeweils nur ein Betrieb (allerdings mit überdurchschnittlicher Verkaufsfläche).

Bei jenen Gemeinden, in denen kein Nahversorger gefunden wurde, hat market calling jeweils noch im Gemeindeamt nachgeforscht, ob in diesen Gemeinden tatsächlich keine Nahversorgung gegeben ist. Insgesamt müssen 54 Gemeinden ohne Nahversorger auskommen. 2003 waren es 61 Gemeinden ohne Kaufmann. „Trotz dieser immer noch hohen Anzahl ist Oberösterreich so gut versorgt, wie nur wenige Bundesländer", glaubt Jetschgo.

Erfolgsmodelle 2020
„Der selbständige Kaufmann wird sich künftig als eigene regionale Marke, sowohl als Person als auch als Geschäft etablieren und positionieren müssen. Er wird der ländliche und multifunktionale Nahversorger und Netzwerker.
Sein Wirkungskreis wird weiträumiger, sein Leistungsangebot breiter sein, wie z.B. Cafe, Gastronomie, Post, Lotto, Toto, Tankstelle, Partyservice, Catering, Tabak, Reinigung, Bankomat, Foto, Events, Ernährungsberatung usw.

Er spezialisiert und differenziert sich weiter und erweitert dadurch seinen räumlichen bzw. Zielgruppen-Aktionsradius. Er muss in seinen Sortimenten beweglicher, aktueller, trendiger, regionaler sein und die Kooperationen mit regionalen Ur- und Verarbeitungsproduzenten werden steigen.
Die Information, Kommunikation und Distribution inkl. Bestellung zwischen Kaufmann und seinen Kunden wird mittels Internet oder SMS auf die Kundenbedürfnisse optimiert", denkt Jetschgo über die Zukunft in der Branche nach.


Quelle: OÖ Wirtschaft – Kammernachrichten, 21. Juli 2006